Stimmt die Kommunikation, gelingt die Integration am Arbeitsmarkt. Eine weitere Erfolgsgeschichte aus unserer Arbeitsassistenz

01.03.2021

  • Arbeitsassistenz Teamfoto 2020 © wienwork

Viel Motivation unseres Klienten und die Bereitschaft des Arbeitgebers, sich auf Augenhöhe zu begegnen als Garant für eine gelungene Kooperation mit der Merkur AG.

Herr E. (23) stammt aus Afghanistan und wuchs nach seiner Flucht vor den Taliban als Waise im Iran auf. Dort lernte er lesen und schreiben und später das Bäckerhandwerk. Seit 4 Jahren lebt er nun als anerkannter Flüchtling in Österreich.

Bereits seit seiner Kindheit begleiten Herrn E. die Folgeerscheinungen seiner Erkrankung: Enzephalopathie (eine Erkrankung des Zentralen Nervensystems) zeigt sich bei ihm in einer Kraftminderung des linken Arms und Beins sowie in Sprechschwierigkeiten (sog. Spastiken im Gesicht).

Auf Empfehlung vereinbarte Herr E. im Februar 2020 ein Erstgespräch bei der Arbeitsassistenz von Wien Work. Hier berichtete er stolz, seit kurzem eine betreute Wohnung „nur für sich“ bezogen zu haben. Als nächsten Schritt wünsche er sich endlich eine fixe Anstellung: nur zu Hause zu sitzen „mache ihn krank“.

Die Kolleg*innen der Arbeitsassistenz unterstützten zunächst bei der Erstellung von Bewerbungsunterlagen. Ideen von Herrn E. zu möglichen Firmenkontakten wurden aufgegriffen. Herr E. wünschte sich eine Tätigkeit, bei der er mit seinen Einschränkungen körperlich aktiv sein könne.

Die besondere Herausforderung lag in der Verständigung, ausgelöst durch fehlende Sprachkenntnisse und Sprechschwierigkeiten aufgrund der Spastik. In der Beratung wurde darauf reagiert. Die Länge der Gespräche wurde ausgedehnt und die Kommunikation vereinfacht. Für eine erfolgreiche berufliche Integration wurde ein wichtiger Faktor schnell klar: Die Offenheit des Arbeitgebers, seine Kommunikation mit Herrn E. entsprechend anzupassen.

Während des ersten Covid-19 – Lockdowns blieb Herr E. „am Ball“ und hielt den Kontakt mit der Arbeitsassistenz über das Internet bzw. über Video-Beratung. In dieser Zeit eröffnete sich über den langjährigen Kooperationspartner Merkur AG eine Stelle in der Regalbetreuung. Mit dem zuständigen Marktleiter der Merkur AG bestand bereits eine vertrauensvolle Beziehung durch vorangegangene erfolgreiche Arbeitsaufnahmen.

Die hohe Motivation des Klienten - gepaart mit der Offenheit und Bereitschaft des Marktleiters - führten zur Vereinbarung eines 4-wöchigen Arbeitstrainings. Herr E. nutzte diese Chance und überzeugte von Beginn an durch seine Haltung, die Dinge „anzupacken“ und seine Hilfsbereitschaft gegenüber Kolleg*innen.

Anfängliche Zweifel aufgrund seiner sichtbaren Einschränkungen entkräftete Herr E. rasch durch sein Engagement. Die Kommunikation war - anders als erwartet - keine Barriere. Bei Unklarheiten standen der Marktleiter und seine Vertretung stets geduldig und klärend zur Seite. Während der Zeit der Erprobung bot die Arbeitsassistenz auch ihre Unterstützung vor Ort durch gemeinsame Feedback-Gespräche an. Herr E. wurde vom Marktleiter als „großartige Unterstützung“ und „toller Kerl“ beschrieben, der in kurzer Zeit zu einem „wertvollen Teil des Teams“ wurde.

Vor Aufnahme des Dienstverhältnisses unterstützte die Arbeitsassistenz mit ihrem Know-How und ihren sehr guten Kontakten zum Sozialministeriumservice Herrn E. bei der Antragstellung zur Zugehörigkeit zum Kreis begünstigter Personen mit Behinderung.

Herr E. ist seit Mai 2020 Teil des Merkur Markt-Teams, fühlt sich wertgeschätzt und ist stolz darauf, „es geschafft zu haben“. Ein gelungenes Beispiel, wie persönliches Engagement von
Herrn E. und gelungene Sensibilisierung auf Unternehmensseite positive Sichtweisen in Bezug auf Arbeit und Behinderung fördern.

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