Dranbleiben lohnt sich! – Mein Weg in die Berufswelt mit Hilfe der Arbeitsassistenz!

22.02.2022

  • Arbeitsassistenz Teamfoto 2020 © wienwork

Unser Team der Arbeitsassistenz unterstützt Menschen mit körperlichen Behinderungen, chronischen Erkrankungen oder Lernschwierigkeiten bei der Suche nach dem richtigen Arbeitsplatz. Erfolgsgeschichten wie diese bestätigen, was mit einer proaktiven Haltung und viel Motivation alles möglich ist:

Es ist nie zu spät.

Frau G. kam im Frühling 2019 in die Arbeitsassistenz. Frau G. hat eine angeborene Behinderung, während ihrer Kindheit und Jugend waren zahlreiche operative Eingriffe und Therapien notwendig, um ihre Gesundheit zu stabilisieren. Gleichzeitig hatten sie mehrere Schulwechsel zur Folge.

Auf die physische Stabilisierung folgten einige Jahre Psychotherapie und schließlich ein technologischer Fortschritt in der medizinischen Versorgung, der es ihr ermöglichte, den nächsten Schritt zu wagen und sich auf Arbeitssuche zu begeben. Zu diesem Zeitpunkt war sie 34 Jahre alt, hatte viele soziale Kompetenzen erworben, viel Mut und noch mehr Motivation. Was ihr fehlte war Arbeitserfahrung und konkrete Ideen, welche Arbeit die richtige wäre.

Lücken im Lebenslauf - wie gelingt trotzdem ein Einstieg ins Arbeitsleben?

Frau G. hat eine nicht sichtbare Behinderung, die Schulabbrüche im Lebenslauf deuten aber an, dass bei ihr „etwas nicht stimmt“. Schnell wird klar, dass im Wettbewerb mit anderen Bewerber*innen Frau G. immer den Kürzeren ziehen würde. Der festgestellte Grad der Behinderung beträgt 100%.

Frau G. benötigt eine Chance, einen Einstieg in den Arbeitsmarkt. Durch einen Kontakt der Arbeitsassistenz gelingt es, ein Vorstellungsgespräch in einem Einzelhandelsunternehmen zu vereinbaren. Sie kann ihren Werdegang und ihre Behinderung nachvollziehbar erklären. Bei diesem Gespräch punktet sie mit ihrer Ehrlichkeit und ihrem Willen zu arbeiten, sodass sie ein Arbeitstraining angeboten bekommt, welches 4 Wochen später in einem Arbeitsvertrag mündet. Nach 9 Monaten wird Frau G. befördert und arbeitet fortan als stellvertretende Filialleitung.

Wenn die Belastung zu groß wird, muss sich etwas verändern...

Nach 2 Jahren spürt sie, dass sie die Arbeit zunehmend an ihre körperlichen Grenzen bringt. Frau G. hat den Wunsch, sich weiterzubilden und eine sitzende Tätigkeit zu finden. Sie wendet sich an das wienwork Jobcoaching.

Gemeinsam mit ihrer Beraterin werden verschiedene Optionen abgewogen, eine Bildungskarenz stellt sich als beste Möglichkeit heraus. Das Unternehmen stimmt zu und Frau G. kann sogar eine Förderung der Ausbildungskosten durch den WAFF erreichen. Frau G. kann aufgrund der mehr als 2-jährigen Praxiserfahrung binnen kurzer Zeit 2 Lehrabschlüsse machen. Nach einem knappen halben Jahr hat sie einen LAP als Einzelhandelskauffrau und einen LAP als Bürokauffrau abgeschlossen. Ganz nebenbei machte sie auch noch den ECDL Führerschein.

Klare Worte zur eigenen Behinderung und eine gute Ausbildung als Schlüssel zum Erfolg

Mit den zwei Lehrabschlüssen ist Frau G. nun auf der Suche nach einer neuen beruflichen Tätigkeit. Seit dem Frühling 2019 hat sie sehr viel gelernt. Sie hat jetzt eine gute Vorstellung davon, was sie beruflich leisten kann, wo ihre Stärken liegen und welche Arbeit ihr Freude macht. Sie hat klare Worte gefunden, mit denen sie ihre Behinderung bekannt macht und zugleich keine Vorurteile provoziert.

Aktuell bewirbt sich Frau G. bei Bundesdienststellen und hat bereits den ersten Termin für ein Vorstellungsgespräch. Wir sind sehr zuversichtlich, dass Frau G. auf ihrem beruflichen Weg sehr erfolgreich sein wird. Die Arbeit mit ihr hat deutlich gemacht, wie sehr eine proaktive Haltung und Motivation Menschen weiterbringen.

Ansprechpartner:in

  • Mag.a Ingrid Schnötzinger © Wien Work/simshot

    Bereichsleitung Jobmanagement, Mitglied der Geschäftsleitung

    Mag.a Ingrid Schnötzinger

    E: ingrid.schnoetzinger@wienwork.at

    T: +43 1 288 80 260

    M: +43 664 885 784 17

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